Beschreibung
Bürgerkrieg und Frühabsolutismus, Frühkolonialismus, Tyrannis und Widerstandsrecht, das Kriterium der legitima auctoritas und das Konzept des ius ad bellum – dieser Band zeigt, wie Martin Opitz (1597– 1639) in seinem literarischen Werk nicht nur den kriegstheoretischen Diskurs des 17. Jahrhunderts reflektiert, sondern auch eigene theoretische Schwerpunkte setzt und selbst Stellung bezieht. Er rezipiert produktiv Variationen der Bellum-Iustum-Theorie und inkludiert Gedankengut antiker Denker wie Ovid und Vergil sowie solcher der Frühen Neuzeit wie Erasmus und Grotius. Die literarische Analyse exemplarischer Werke verschiedener Schaffensphasen arbeitet die genreübergreifende Bedeutung der Kriegsthematik heraus – in lateinischen und deutschsprachigen Texten, in trostspendenden wie satirischen, in konkret auf den Dreißigjährigen Krieg bezogenen Gelegenheitswerken und in abstrakten Friedensentwürfen. Über den kriegstheoretischen Aspekt hinaus verhandeln Opitz’ Werke performativ den Komplex von thematischem, lokalem und temporalem Geltungsanspruch der Literatur und der Rolle eines Poeten in der Gesellschaft.

