Beschreibung
Die Wahrheit ist besser als die Lüge – das scheint alles andere als fragwürdig, beinahe banal. Wer möchte schon der Lüge das Wort reden? Gleichzeitig leben wir in einer Zeit, die geprägt ist von alternativen Fakten, gefühlten Wahrheiten und dem Verwischen von Geschmacks- und Sachurteilen. Die eigene Meinung wird oft nicht mehr aufgrund von Faktenwissen gebildet, sondern sucht und konstruiert sich ihre (alternativen) Fakten, ohne sich infrage stellen zu lassen. Dieses Spiel mit dem Schein treiben wir nicht erst seit Social Media, Telegramblasen und Trumpismus. Es ist etwas zutiefst Menschliches, sich die Wirklichkeit zurechtzubiegen, bis sie hineinpasst in den Rahmen, in dem wir sie betrachten wollen, in dem wir uns sehen wollen. Vom autonomen Selbstentwurf ist es nicht weit zur Selbsterfindung von etwas, das man nicht ist. Es ist schwer, wahrhaftig zu sein und zu bleiben. Warum ist das so? Kann es trotzdem gelingen und wollen wir das überhaupt? Was ändert sich, wenn wir wahrhaftig sind? Und bedeutet Wahrhaftigkeit, immer die Wahrheit zu sagen? Was bleibt übrig von dem, was wir wissen können, tun sollen und hoffen dürfen, wenn wir wahrhaftig auf die Welt und unser Leben zu blicken versuchen? Darum geht es.






