Beschreibung
Heimat als Versprechen der Allmende verliert im Exil seine Wirkmächtigkeit und zerfällt zu einer fragmentierten Erfahrung zwischen Verlust und Sehnsucht. Zugleich löst sich Heimat von der Präfiguration eines festen Ortes: Sie erscheint nicht länger an territoriale, soziale oder kulturelle Eindeutigkeiten gebunden, sondern als bewegliche, subjektiv rekonstruierte Kategorie. Die Arbeit untersucht, inwiefern die Romane Klaus Manns einen Resonanzraum eröffnen, in dem unterschiedliche Formen von Entortung und Neuverortung hervortreten und miteinander korrespondieren. Neben raumtheoretischen Ansätzen stehen soziale Zugehörigkeiten, erinnerungspoetische Verfahren sowie Schwellen- und Fremdheitserfahrungen im Zentrum der Analyse. Darüber hinaus richtet sich der Fokus auf Strategien der Selbstwirksamkeit, die auf eine Revalorisierung von Heimaterfahrung zielen: etwa in der Arbeit, im Rückzug ins Idyll oder im Tod als symbolischer Heimkehr. Der Begriff der ›Konfiguration‹ mit seiner semantischen Offenheit trägt dabei der Einsicht Rechnung, dass Heimat und Exil nicht als isolierte Gegensätze existieren, sondern als kontingente und prozessuale Phänomene.

