Beschreibung
Inwiefern war es für einige deutsche Dichter ersten Ranges im späten 18. Jahrhundert sinnvoll und notwendig, sich in Theorie und Praxis mit der antiken Kunst und Literatur auseinanderzusetzen? Warum nähern sich in dieser Zeit Wieland, Goethe, Schiller und Hölderlin antiken Themen und Formen? Betrachteten sie dabei die antike Kunst als höchstes, vielleicht gar als einzig gültiges Muster oder bedeutete für sie die Annäherung an die Antike nur eine kurzfristige Läuterungsstufe, um auch künftig eine hochrangige moderne Dichtung, nunmehr wieder ohne direkte antike Vorbilder, schaffen zu können?
Die Studie zeichnet Anfänge und Verlauf der praktischen Annäherung an die Antike und ihrer nachträglichen theoretischen Begründung bei einigen führenden deutschen Autoren am Ende des 18. Jahrhunderts nach und veranschaulicht so Schritt für Schritt die damalige Auseinandersetzung mit dem antiken Geist, ihre stufenweise Entfaltung, ihre Dialektik von Bindung und Freiheit gegenüber den alten Mustern und den daraus resultierenden Grad ihrer Offenheit für die Originalität der eigenen neuen Literatur.

