Beschreibung
Ambivalenz ist ein Modus des Denkens, Liebens und Zusammen-Lebens. Kennzeichnend für die Ambivalenz ist nicht die Unentschiedenheit des ›Vielleicht‹, sondern das simultane, ineinander verschränkte, sich widersprechende Nebeneinander des ›Sowohl-als-auch‹. Seit der Begriffsprägung durch Eugen Bleuler zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist ›Ambivalenz‹ ein interdisziplinär virulenter Begriff, der nicht nur in der Psychiatrie, Psychoanalyse und Sozialpsychologie diskutiert wird, sondern auch in der Soziologie und Kulturphilosophie Anwendung findet. Es handelt sich um ein scheinbar peripheres Phänomen, das konstitutiv ist für unsere Vorstellung von Moderne – von der Lebenswelt bis hin zu Kultur, Politik und Gesellschaft. Der vorliegende Sammelband fragt nach dem Zusammenhang von Ambivalenz und Moderne in begriffs- und diskursgeschichtlicher, psychoanalytischer, soziologischer, philosophischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive.
Mit Beiträgen von Mladen Dolar, Dagmar von Hoff, Birthe Hoffmann, Sebastian Meixner, Wolfgang Müller-Funk, Paul North, Birgit Nübel, Anna Parkinson, Vahidin Preljević, Ferdinand Schmatz, Manfred Schneider, Liliane Weissberg und Jenny Willner.

