Beschreibung
In welchem Maße nahmen König Friedrich Wilhelm III., der Hausminister Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Sänger:innen, Pressevertreter oder Verleger Einfluss auf die Repertoireauswahl der Königlichen Schauspiele in Berlin? Wie wirkten sich Konkurrenzunternehmen wie das Königsstädtische Theater und weitere Vergnügungsmöglichkeiten auf die Rezeption von Opern und die Spielplangestaltung aus? Und verhinderte der Generalmusikdirektor Gaspare Spontini tatsächlich bewusst die Aufführung deutscher Opern? Erstmals wird die Spielplangestaltung der Berliner Theater in den 1820er-Jahren anhand dieser Fragestellungen aufgearbeitet und unter dem Aspekt von Konkurrenz sowie jener vielfältigen Einflussfaktoren untersucht, die Repertoire oder Aufführungshäufigkeit bestimmten. Neben Einblicken in die Berliner Vergnügungskultur liefert die Studie neue Erkenntnisse zum Königsstädtischen Theater und macht zugleich die Komplexität der Spielplangestaltung sowie unterschiedliche Rezeptionsmuster der Oper sichtbar. Anhand von Fallbeispielen und der parallelen Vorbereitung der Erstaufführungen von Spohrs Jessonda und Webers Euryanthe sowie der Uraufführung von Spontinis Alcidor wird gezeigt, wie Rivalitäten ausgetragen und Publikumsgeschmack beeinflusst werden konnten. Darüber hinaus erfolgt eine Betrachtung weiterer Konkurrenzkonstellationen, exemplarisch zwischen den Sängerinnen Henriette Sontag und Caroline Seidler-Wranitzky. Damit zeichnet die Arbeit nach, wie Konkurrenzen, Einflussnahmen und Rezeptionsformen das Berliner Opernleben dieser Jahre bestimmten.

