Beschreibung
Die morphologische Abhandlung diskutiert die Forschung der Entwicklungsgeschichte (Genealogie) der genossenschaftlichen Form im Kontext der allgemeinen Vereinsgeschichte (als Geschichte von Einungen im Sinne freier Assoziationen der ›Gesellung‹ mit wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, religiösen Zwecksetzungen) vom vorderasiatischen Altertum bis zum heutigen Europa. Das Phänomen der Vereinigungen wird im Lichte der Rechtstheorie von Otto von Gierke als kulturgrammatische Formen des Nebeneinanders, Miteinanders und Gegeneinanders von Genossenschaft und Herrschaft analysiert. Als ›Philosophie‹ dieser Vereinsgeschichte wird das Phänomen der Gesellung im Kontext der Daseinsproblematik des Menschen in seiner ›ungeselligen Geselligkeit‹ aus der Polarität der menschlichen Person zwischen Selbst-Bezug und Welt-Bezug heraus ontologisch begriffen und auf der Grundlage der ontologisch-ontischen Differenz zu einer ›historistischen Anthropologie‹ weiterentwickelt. Epistemologisch wird das (u.a. geschichtsphilosophische) Erkenntnisinteresse dieser allgemeinen formalen Soziologie der Sozialgebilde ebenso dargelegt wie die korrelative Notwendigkeit einer psychodynamischen Theorie einer Sozialcharakterologie des Subjekts zwischen Oikos, Polis und Kosmos.


