Ben Rakidžija wurde 1980 in Ludwigsburg geboren und lebt als Hotel-Philosoph, Mittagsschläfer und Schriftsteller in den südlichen Ländern Europas. Er ist Autor von Aphorismen, Novellen, Romanen und Theaterstücken. Seine Liebeskomödie Schätzchen, streit mir mir! – nach seinem Roman Sophia & Pierre – wird seit 2021 auf wechselnden internationalen Bühnen aufgeführt. Nach seinem Magister-Abschluss in Philosophie lernte er Yoga und Zen Meditation kennen. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller ist er Künstlerischer Leiter des Europäischen Literaturfests Lit.EU in Kroatien.
Im Interview mit Patrick Reiser führt er aus, inwiefern unsere Kultur die Ruhe verloren hat und wie der Mittagsschlaf als Kunst des Rückzugs mehr als nur eine Pause sein kann.
„Ich habe deutlich gemerkt, dass es zu viele Gedanken in meinem Kopf waren.“
In einer Welt voller Lärm, so betont der Autor, habe ihm die Stille sehr viel Energie gegeben. Mit seinem Buch geht Ben Rakidžija darauf ein, wie das Ruhen oftmals missverstanden wird:
„Es wird dir heutzutage aber als Schwäche ausgelegt, wenn du nicht diesen Maschinentakt einhältst.“
Der Mittagsschlaf beansprucht jedoch nicht, ein Allheilmittel für die Probleme einer beschleunigten und überfordernden Zeit zu sein. Der größte Vorteil sei, dass man sich zurückzieht und einfach nur mit sich selbst ist. Dabei versteht der Autor den Mittagsschlaf nicht als extreme Maßnahme oder gar Flucht aus der Realität. Im Gegenteil:
„Der Mittagsschlaf in meinem Buch geht auf die aristotelische Ethik ein, die ja die Mitte immer wieder sucht, die zwischen den Extremen steht. Mein Mittagsschlaf würde auch in der Mitte stehen, aber in der Mitte, die jeder für sich selbst bestimmt.“
Ben Rakidžija diagnostiziert ein Problem der Zeit in der zu hohen Geschwindigkeit und der damit einhergehenden Überforderung und Reizüberflutung. Sein Buch ist ein erster Schritt, die Dinge wieder in eine gesunde Mitte zu bringen:
„Das ist ein Buch, das im Grunde ein Aufruf ist zur Langsamkeit, ein Aufruf zur Achtsamkeit.“






