Hans H Hiebel

Franz Kafka: Form und Bedeutung

Formanalysen und Interpretationen von 'Vor dem Gesetz', 'Das Urteil', 'Bericht für eine Akademie', 'Ein Landarzt', 'Der Bau', 'Der Steuermann', 'Prometheus', 'Der Verschollene', 'Der Process' und ausgewählten Aphorismen

Erscheinungsdatum: 01.01.1999, 284 Seiten ISBN: 978-3-8260-1543-4
Fachgebiet:
Autor*innen:Hans H. Hiebel

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Beschreibung

Wie in H. Hiebels Vorwort “,Force et signification’ versus ,Forme et signification'” (Derrida versus Rousset) deutlich wird, geht es um eine Vermittlung zwischen “formsemantischer”, textnaher Interpretation ausgewählter Werke Kafkas und poststrukturalistischen Perspektiven. Vexierbildartige Vieldeutigkeiten, sich verzweigende Paradoxien, die Verquickung von Innenwelt- und Außenweltdarstellung und andere Techniken der Überlagerung von eigentlichen und uneigentlich-metaphorischen Aussagen im Werk Kafkas haben ihren formalen, ästhetischen Reiz, aber sie transportieren auch inhaltliche, semantische Information. Dem gehen die Interpretationen H. Hiebels nach. Der Verf. legt so (unter anderem) Anschauungen Kafkas frei, die gewisse Parallelen zu postmodernen, d.h. poststrukturalistisch-skeptizistischen, Ideen (Barthes’, Derridas, Lacans) aufweisen. Einen Schwerpunkt bildet die psychoanalytische Ausdeutung der Texte (inkludierend Fragen nach der methodologischen Legitimität psychologischer Textexegesen). En passant werden auch Interpretations- und Ästhetik-Fragen diskutiert. Die beiden “Exkurse” sowie die Kapitel zu “Metapher, Metonymie, Verschiebung und Verdichtung” und zur “Psychoanalyse” “in” bzw. “von” Kafkas Werken behandeln theoretische Grundsatzfragen. Der Aufbau des Buches ist bestimmt durch didaktische (auch Studenten ansprechende) und systematische Gesichtspunkte, obgleich jedes Kapitel für sich selbst gelesen werden kann; die einzelnen Studien gehen teils auf publizierte Aufsätze zurück, teils handelt es sich um Umarbeitungen und neue Beiträge. Jacques Lacans Idee eines “Gleitens” des Signifikates “unter dem Signifikanten” und Jacques Derridas auf Sigmund Freud und Jacques Lacan aufbauendes Konzept des Aufschubs, der différance, sind Bezugspunkte der Analysen, die Derridas eigene Interpretation der Legende Vor dem Gesetz einbeziehen. Einige Kapitel gehen intertextuellen Bezügen nach (Kleist, Beckett). Der Autor Hans H. Hiebel ist o. Prof. in Graz. Studium der Germanistik u. Anglistik in Erlangen. Büchveröffentlichungen: Die Zeichen des Gesetzes. Recht und Macht bei Franz Kafka (1983/89), Franz Kafka – “Ein Landarzt” (1984), (Hg.) Die Parabel (1986), Franz Kafka (Lehrbrief Hagen 1987 u.ö.), Henrik Ibsen (1990), Auktoriales u. personales Drama (1990), (Hg.) Kleine Medienchronik (1997)

Autor*innen

Hiebel, Hans H.

Hans H. Hiebel war von 1985 bis zu seiner Emeritierung 2009 o. Univ.-Prof. an der Karl-Franzens-Universität Graz. 1972 hat er mit einer Dissertation über Epos- und Romantheorie promoviert, 1982 hat er sich mit einer Schrift über Franz Kafka („Die Zeichen des Gesetzes“) habilitiert. Er hat Bücher über Franz Kafka, Samuel Beckett, Henrik Ibsen und die Lyrik des 20. Jahrhunderts sowie Aufsätze über Kafka, Beckett, Hans Magnus Enzensberger, Ödön von Horváth, Jakob Michael Reinhold Lenz, das bürgerliche Trauerspiel, Heinrich von Kleist und Georg Büchner veröffentlicht.

Zusätzliche Information

Größe15.5 × 23.5 cm (B × H)
Seiten284
Erscheinungsdatum01.01.1999
ISBN978-3-8260-1543-4   //   9783826015434
ISBN 13978-3-82-601543-4
ISBN 10978-3-82601-543-4
EinbandartKartoniert
SpracheDeutsch
VerlagKönigshausen & Neumann
Verlags-Code05/5108091