Wolfgang Otto, Richard Hönigswald, Ernst Lohmeyer, Wolfgang Otto, Wolfgang Otto (Hrsg.)

Aus der Einsamkeit

Briefe einer Freundschaft. Richard Hönigswald an Ernst Lohmeyer

Erscheinungsdatum: 01.01.1999, 128 Seiten ISBN: 978-3-8260-1640-0
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Beschreibung

Richard Hönigswald – bis vor kurzem ein fast vergessener Name, selbst im Bereich der Philosophie und Pädagogik, den Hauptarbeitsgebieten Hönigswalds in den 20iger und 30iger Jahren dieses Jahrhunderts als Ordinarius der Philosophie und Pädagogik in Breslau und München. Der “katastrophale Kulturbruch”, den die Naziherrschaft 1933 in Deutschland verursachte, die Zwangsemeritierung Hönigswalds, seine spätere Verhaftung und Emigration haben seine Arbeit und ihre Wirkungen jäh abreißen lassen. Seine Briefe aus jenen Jahren zeichnen offen, schonungslos kritisch ein Bild der Zeit, der Situation an den Universitäten, der Philosophie. “Oft halte ich mich für einen einsamen Zuschauer wie in einem Marionettentheater”. Diese Briefe sind Zeugnisse seiner immensen intensiven Arbeit gerade in den Jahren nach der Zwangsemeritierung: “Ich höre keinen Augenblick auf zu forschen und kümmere mich um kein Getöse und Geschwätz. Mir ist es auch ganz gleich, was etwa von meinen Bemerkungen ‚übrig bleibt’. Die Sache, der ich diene, bleibt sicher übrig, eben weil sie Sache ist”. In einem anderen Brief schreibt er: “Es hat einen eigentümlichen Reiz, mit den Problemen allein zu sein … so sind meine Interessen in mancher Hinsicht auf einen engsten Kreis begrenzt, in anderen erstrecken sie sich in die ungemessene Weite wissenschaftlicher Aufgaben”. Vieles steht auch nur zwischen den Zeilen; nach seiner Rückkehr aus dem KZ-Dachau schreibt er: “Sprächen wir uns, so hätte ich Ihnen viel, sehr viel zu sagen”. Diese Briefe zeigen zugleich den Weg Hönigswalds in eine immer bedrängendere Einsamkeit: “Man läßt den Blick nur ungern über seine vier Wände hinausschweifen. Es ist vieles da draußen sehr, sehr traurig … von der Species ‚homo sapiens’ habe ich mich – 2-3 Exemplare ausgenommen – völlig zurückgezogen … ich selbst verlasse meinen Schreibtisch kaum noch.” Was ihn trägt, aushalten läßt, ist die Familie, seine Frau, der Sohn Heinrich, die kleine Tochter und die Freundschaft zu den wenigen wie der Theologe Ernst Lohmeyer, an den die Briefe gerichtet sind. Eine “innige Freundschaft” wie er immer erneut betont, verbindet beide, eine Freundschaft, die im Persönlichen wie in der gemeinsamen Sache des Denkens begründet ist. “Je schlechter die Zeiten”, schreibt er, “umso dringender die Notwendigkeit, daß diejenigen zusammenbleiben, die zusammengehören.” Der Sohn, anerkannter Sprachwissenschaftler in den USA, erinnert an den Vater: “Der unerwartete Fund der Briefe, die mein Vater, Richard Hönigswald, viele Jahre lang an Ernst Lohmeyer gerichtet hat, ist ein kostbarer Beitrag zu der Geschichte einer engen Freundschaft, die menschlich war, weil sie im Denken wurzelte, und die sich in gemeinsamen Gedankengängen, Urteilen und Haltungen kundgab, weil sie menschlich war. Solche Beziehungen sind selten, besonders zwischen starken Charakteren, und das waren beide. … Weder der eine noch der andere war dem barbarischen Zeitalter gewachsen, in das sie beide verstrickt waren. …” Der Autor Wolfgang Otto, Jahrgang 1940, Studium der ev. Theologie und Geschichte in Münster, Kiel, Heidelberg, Promotion. Veröffentlichungen u.a.: zur spanischen Geschichte, zum Verhältnis von Juden und Christen, zur Person und Werk des Theologen Ernst Lohmeyer.

Autor*innen

Hönigswald, Richard

Lohmeyer, Ernst

Otto, Wolfgang

Zusätzliche Information

Gewicht0,206 kg
Größe15.5 × 23.5 cm (B × H)
Seiten128
Erscheinungsdatum01.01.1999
ISBN978-3-8260-1640-0   //   9783826016400
ISBN 13978-3-82-601640-0
ISBN 10978-3-82601-640-0
EinbandartKartoniert
SpracheDeutsch
VerlagKönigshausen & Neumann
Verlags-Code05/5108091