Harald Weilnböck

Was die Wange röthet, kann nicht übel seyn

Die Beziehungsdynamik der Entfremdung bei Hölderlin und Heidegger

Erscheinungsdatum: 01.01.2000, 464 Seiten ISBN: 978-3-8260-1697-4
Fachgebiet:
Autor*innen:Harald Weilnböck

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Beschreibung

Die textnahe Interpretation untersucht Friedrich Hölderlins Empedokles, Hyperion, die Hymne Germanien und deren Exegese durch Heidegger. In dezidierter Abgrenzung gegen orthodoxe psychoanalytische Hermeneutiken bringt der Autor einen interdisziplinären Ansatz der systemischen Beziehungsanalyse der literarischen Handlung in Vorschlag. Dabei wird für die interne und externe Texthandlung mit Kategorien der soziokulturellen Beziehungsfähigkeit nach den genauen Qualitäten der Beziehungen gefragt, die Figuren/Personen zu ihrer sich figürlich/menschlich, dinglich-institutionell sowie ästhetisch-imaginativ konstituierenden Umwelt ausbilden. Wenn Hölderlins Texte ein weites Spektrum narzißtischer Beziehungsformen entfalten und Handlungsweisen einer manisch-depressiven, suchtlogischen und suizidalen bzw. destruktiven Verhaltensdisposition bearbeiten, fragt sich für die Ebene der externen Texthandlung, inwiefern diese Beziehungsformen in der literarischen Reinszenierung nicht auch nachhaltig idealisiert werden; dementsprechend: inwiefern z.B. Empedokles’ vielzitiertes Vermächtnis neben seinem liberalen gleichzeitig auch einen Subtext der gegen-emanzipativen und unbewußt-charismatischen Herrschaftsformation enthält. Die implizite Rezeptionssteuerung, die dem Freundschaftsethos, Liebesbegriffs sowie der pädagogischen, naturmystischen und politischen Emphase der Texte innewohnt, erfährt eine neue Einschätzung. Heideggers Rezeption von Germanien reduziert die poetische Vielschichtigkeit Hölderlins und spitzt die Abträglichkeit der narzißtischen Beziehungsmuster zu. Die Arbeit widerspricht den durchaus heterogenen Stimmen einer einhundertjährigen Lektüre und unterstreicht neuerlich die Bedeutsamkeit von Hölderlins Werk. Der Autor Harald Weilnböck ist Germanist, macht eine Ausbildung zum Gruppenanalytiker und ist Mitarbeiter und Lehrbeauftragter in Lüneburg und Berlin; er hat in München, Berlin, New Haven, Los Angeles und Paris studiert und unterrichtet. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Literatur und Film, die neuere Psycho- und Beziehungsanalyse und die Didaktik des Literaturseminars.

Autor*innen

Weilnböck, Harald

Zusätzliche Information

Gewicht0,719 kg
Größe15.5 × 23.5 cm (B × H)
Seiten464
Erscheinungsdatum01.01.2000
ISBN978-3-8260-1697-4   //   9783826016974
ISBN 13978-3-82-601697-4
ISBN 10978-3-82601-697-4
EinbandartKartoniert
SpracheDeutsch
VerlagKönigshausen & Neumann
Verlags-Code05/5108091