Henning Teschke

Proust und Benjamin

Unwillkürliche Erinnerung und Dialektisches Bild

Erscheinungsdatum: 01.01.2000, 176 Seiten ISBN: 978-3-8260-1767-4
Fachgebiet:
Autor*innen:Henning Teschke

25,00  inkl. MwSt.

Enthält 7% red. MwSt.
Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für das Ausland gelten gewichtsabhängige Versandkosten.

Beschreibung

Die Arbeit untersucht, was die unwillkürliche Erinnerung Prousts auf das Dialektische Bild Benjamins beziehbar macht. Dabei versteht sich die Kapitelfolge im Proust-Teil als Darstellung aller Momente, die von der Mémoire involontaire zu neuem Verbund zusammengeführt werden: Ähnlichkeit, Wunsch, Kindheit, Bild, Traum und Erwachen, Reales und Imaginäres. Die vollständig vergegenwärtigte Vergangenheit, wie sie augenblickslang sinnfällig wird, fällt mit der Idee erfüllter Zeit zusammen. In sie gewährt Prousts Werk Einblicke, doch der wirkliche Ort integraler Aktualität liegt jenseits von Schrift und Buch. Es ist diese metaphysische Dimension, auf die hin die Interpretation die Recherche zu öffnen versucht. Das Zwischenstück über Leibniz exponiert mit dem Begriff der Monade einen Begriff von Individualität, der zugleich als Weltformel auftritt und Einheit, analog zu Benjamin und Proust, als maximale Differenziertheit denkt. Im dritten Teil werden die Konstituentien des Dialektischen Bildes in ihrer theologischen, ästhetischen und biographischen Herkunft bestimmt. Durchgehend bleibt der Bezug auf Proust, denn die Konstruktion seines Romans und die theoretische Armatur Benjamins bewegt derselbe Bestand an Themen: die leere und die erfüllte Zeit, die Verschränkung von Ursprung und Wiederholung, das Ineins von Glück und Untergang des Subjekts. Diese zunächst im sprachmystischen Rahmen formulierten Themen werden erst von der marxistisch inspirierten Gesellschaftstheorie des benjaminschen Spätwerks in eine produktive Spannung zur Immanenz gesetzt. An der Konkretion individuellen Glücks im Werk Prousts fand Benjamin den Maßstab für das, was er gesellschaftlich als Befreiung, theologisch als Werlösung dachte. Der Autor Henning Teschke promovierte nach Studien der Philosophie, Romanistik und Germanistik in Wien, Freiburg, Frankfurt und Paris 1966 an der FU Berlin. Er ist u.a. Verfasser des mittlerweile in 2. Auflage erschienenen Bandes Französische Literatur des 20. Jahrhunderts (Klett). Zur Zeit arbeitet er an seiner Habilitation.

Autor*innen

Teschke, Henning

Zusätzliche Information

Gewicht0,284 kg
Größe15.5 × 23.5 cm (B × H)
Seiten176
Erscheinungsdatum01.01.2000
ISBN978-3-8260-1767-4   //   9783826017674
ISBN 13978-3-82-601767-4
ISBN 10978-3-82601-767-4
EinbandartKartoniert
SpracheDeutsch
ReiheEpistemata - Würzburger wissenschaftliche Schriften. Reihe Literaturwissenschaft
Reihe Nr.306
VerlagKönigshausen & Neumann
Verlags-Code05/5108091