Piero Salabè

Das nie gewesene Morgenland

Metaphern des Orients in der deutschsprachigen Literatur der Jahrhundertwende

ca. 200 Seiten ISBN: 978-3-8260-3830-3
Fachgebiet: Reihe: Epistemata LiteraturwissenschaftBand: 635
Autor*innen:Piero Salabè

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Beschreibung

Die Imagination des Orients als Spiegel des Anderen erfährt in der Literatur der Jahrhundertwende eine bedeutsame Variation: In ihrer amoralischen, transgressiven Dimension wird die orientalische Phantasie zum Projektionsraum der modernen Identitätskrise. Wesentliche Aspekte des in der anglo-französischen Kultur vorherrschenden Orientalismus findet man auch in der deutschsprachigen Literatur: nicht nur in den ästhetizistischen und dekadenten Strömungen – von Stefan George bis Hugo von Hofmannsthal, von Richard Beer-Hofmann bis Thomas Mann –, sondern auch im Jugendstil eines Otto Julius Bierbaum sowie im Expressionismus von Alfred Kubin und Else Lasker-Schüler. Nach dem Ersten Weltkrieg dient der Orient als Folie, vor der Hermann Hesse, Franz Werfel, Alfred Döblin sowie Kurban Said und Annemarie Schwarzenbach der destruktiven Epoche eine Zeitflucht entgegensetzen. Dieses Motiv greift auch Joseph Roth, einer der hellsichtigsten Interpreten der habsburgischen Kultur, im Roman Die Geschichte der 1002. Nacht auf. Erweitert um einen Exkurs zur ornamentalen Kunst der Jahrhundertwende untersucht ›Das nie gewesene Morgenland‹ die Orient-Metapher als Raum der poetischen Vision über Ideologiekritik hinaus und rückt Autoren wie Kubin, Musil und Döblin erstmals in diesen Fokus.

Zusätzliche Information

Maße23.5 × 15.5 cm (B × H)
Seitenca. 200
ISBN978-3-8260-3830-3   //   9783826038303
EinbandartKartoniert
SpracheDeutsch
ReiheEpistemata Literaturwissenschaft
Reihe Nr.635
VerlagKönigshausen & Neumann
Verlags-Code05/5108091

Autor*innen

Salabè, Piero

Piero Salabè, 1970 in Rom geboren, lebt in München. Er studierte Germanistik, Anglistik und Romanistik in Rom, Venedig, London, Pavia und München. Er schreibt auf Deutsch und Italienisch. Zu seinen Veröffentlichungen gehören ein kulturgeschichtlicher Essay, ein Roman und ein Gedichtband. Er arbeitet zudem als Übersetzer und Lektor für internationale Belletristik, als Mitherausgeber der Edition Lyrik Kabinett bei Hanser. Seine Beiträge veröffentlicht er in mehreren Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Lettre International, Sinn und Form, Le parole e le cose, Doppiozero).

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