Beschreibung
V. Wittmann: Zwischen schallen und geuden. Zuordnungsprinzipien literarischer Klangdarstellungen in Mittelalter und Früher Neuzeit – J. Eickmeyer: Hörbare Dichtung – Hörbares Dichten. Zum Verhältnis von Poesie und akustischem Phänomen in der Lyrik des Barock – M. Hennig: Herders Ästhetik des Auditiven als Entwurf einer Anthropologie der Lebendigkeit – J. Bär: Das Konzept des Gehörs in der Theorie der deutschen Romantik – T. Leibold: Kolossale Musik. Klangfiguren, Neuroanatomie undNatursprache um 1800 – K. Stopka: Verklärung und Verstörung. Phonographien des Rauschens in der deutschsprachigen Literatur um 1800 und 1900 – T. Pittrof: Vom Hörbaren lesen. Phänomenologie der Literatur und Kulturpoetik der Moderne: Rainer Maria Rilke – E.-M. Siegel: Das Sprechen des kulturellen Archivs. Sieben Thesen zur phonographischen Schreibweise des Naturalismus – H. Hiebler: Phonogramme der Wiener Moderne – A. Dunker: „und brüllzten wesentlich“. Laut und Geräusch bei Dada und in der Neo-Avantgarde Ernst Jandls – S. Kiefer: Der Klang der Neuen Sachlichkeit. Stimmen, Musik und Maschinen in Texten von Irmgard Keun, Kurt Tucholsky und Erich Kästner – M. Krings: „Versuche auf Geister“. Zur Akustik der Gespenstergeschichte in Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten und Kleists Bettelweib von Locarno – C. Sinn: Mitdenkende Metrik – Zuhörende Theorie. Friedrich Hölderlins Der Mutter Erde – C. Gößling: Materialisation des Unaussprechlichen. Musikästhetik in E.T.A. Hoffmanns Rat Krespel, Thomas Manns Tristan und Pascal Merciers Lea – M. Eggers: „Ein eigentlich menschliches Ausdrucksmittel“. Der Gesang der Nachtigall in Literatur- und Naturgeschichte – J. Hobus: „Nur horchen will ich und im Sinn/ erwidern deinen Liebeslaut“. zur phonographischen Dimension der Liebessprache in Robert Walsers Texten – M. Auer: A E I O U. Jüngers Politik der Vokale – C. Pross: Zerstreutes Hören. Zur Verschränkung von Sprach-, Literatur- und Mediengeschichte in den Radioarbeiten Arno Schirokauers – R. Ryder: Rudolf Arnheims Rundfunk als Hörkunst und die Kunst, nicht Rundfunk zu hören – C. Özelt: Sonore Länder. Akustische Raumerfahrung und -genese im Werk Peter Handkes – V. Ronge: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Die Rolle des Schweigens bei Thomas Bernhard – eine gendertypologische Untersuchung Seit Platon und dem Horazischen ut pictura poiesis steht die europäische Kultur unter dem Primat des Auges. Doch Wahrnehmung, Wissen und Dichtung basieren in besonderem Maße auch auf dem Hörsinn: Literatur ist nicht allein Ikonographie, sondern auch „Phono-Graphie“. Der auf eine DFG-Tagung zurückgehende Sammelband untersucht die Frage, in welcher Weise Literatur besonders ab 1800 diese fundamentale Relevanz des Akustischen reflektiert, an die Herder erinnert hatte. Die Beiträge erschließen literarische Laut-Schriften in Epochenprofilen und Einzelinterpretationen und lassen auf diese Weise den (inter)medial, ästhetisch und kulturell vermittelten Wandel des phonographischen Schreibens bis heute erkennbar werden. Der Herausgeber Marcel Krings, Studium der Germanistik und Romanistik in Heidelberg und Paris. Akademischer Rat am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg.

