Heinz-Helmut Möllmann

Zeit ohne Verheißung

Die spätscholastische Debatte. Deduktion und Glaube vor den Krisen

Erscheinungsdatum: 01.12.2020, 354 Seiten ISBN: 978-3-8260-7179-9
Fachgebiet:

58,00  inkl. MwSt.

Enthält 7% red. MwSt.
Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für das Ausland gelten gewichtsabhängige Versandkosten.

Beschreibung

Als in der spätscholastischen Epoche der philosophische Ausdruck sich von der streng theologischen und religiösen Exegese entfernt und einer genuin humanen Selbstvertretung annähert, ist Ockham am ehesten und im Grunde allein erfolgreich in der Formulierung eines rationalen Formativs, worin der Mensch zur Gegenstellung gegen die göttliche Person, ihre Intellektion und Willenshaltung und die offenbarte Wahrheit gelangt. Er erweist sich als brillant und virtuos in der Handhabung von Induktion, persuasio und Reprobation, d.h. im Prinzip: der Widerlegung fremder Meinungen. Er ist weniger erfolgreich bei der direkten Fixierung der Fehlgriffe anderer Scholastiker, wenn sie methodisch nicht ausgewiesenen Lösungen zuneigen, worin jede Problematik unterlaufen wird. Ockham hat da, außer bei Duns Scotus, auch keine aristotelische Expertise mehr zur Verfügung. Das verweist darauf, dass neuzeitliche wissenschaftliche Antworten gefordert waren, die mit der scholastischen Einstellung nichts mehr gemein hatten. Das war in der mittelalterlichen Epoche aber nicht verhandelbar. Ebenso konnten Ockhams Abgrenzungsversuche nicht verstanden werden. Schon die Bestrebungen, Scholastiker umstandslos vor kirchliche Strafgerichte zu ziehen, offenbaren die Erschöpfung des Zeitalters.

Der Autor
Heinz-Helmut Möllmann hat in Heidelberg, München und Bochum Philosophie, Germanistik und Naturwissenschaften studiert. Seine Interessen gelten der Wissenschaftstheorie und der mittelalterlichen Philosophie. Seine Bücher hierzu: Über Beweise und Beweisarten bei Wilhelm Ockham, 2013. Bei K&N: Nominalismus. Studien zum Einfluss des Mittelalters auf die Neuzeit, 2015; speculum et seculum. Was leistet die Geisteswissenschaft? 11 Essays zur Philosophie Ockhams, 2016; Wissenschaftslehre im Oxford des 14. Jahrhunderts. Duns Scotus – Conington – Ockham – Reading – Chatton. Das Problem des Erkennens, 2017; Christliche Botschaft und Ockhamsche Philosophie. Die spätscholastische Umwälzung, 2018. Übersetzungen aus dem Französischen (Baudelaire).

Autor*innen

Möllmann, Heinz-Helmut

Heinz-Helmut Möllmann hat in Heidelberg, München und Bochum
Philosophie, Germanistik und Naturwissenschaften studiert. Seine
Interessen gelten der Wissenschaftstheorie und der mittelalterlichen
Philosophie. Seine Bücher hierzu bei K&N: Nominalismus. Studien
zum Einfluss des Mittelalters auf die Neuzeit (2015); speculum et seculum.
Was leistet die Geisteswissenschaft? 11 Essays zur Philosophie
Ockhams (2016); Wissenschaftslehre im Oxford des 14. Jahrhunderts.
Duns Scotus – Conington – Ockham – Reading – Chatton. Das Problem
des Erkennens (2017); Christliche Botschaft und Ockhamsche Philosophie.
Die spätscholastische Umwälzung (2018); Zeit ohne Verheißung.
Die spätscholastische Debatte. Deduktion und Glaube vor den Krisen
(2020).

Zusätzliche Information

Größe15.5 × 23.5 cm (B × H)
Seiten354
Erscheinungsdatum01.12.2020
ISBN978-3-8260-7179-9   //   9783826071799
ISBN 13978-3-82-607179-9
ISBN 10978-3-82607-179-9
EinbandartKartoniert
SpracheDeutsch
VerlagKönigshausen & Neumann
Verlags-Code05/5108091