Beschreibung
„Helbing zeigt in seinen tiefen Analysen, dass Ligetis Virtuosentum immer gekoppelt ist mit Weltreflexion“ – Manfred Stahnke
Mit dem Violinkonzert (1990/92) zieht Ligeti die Summe seines Schaffens, indem er wesentliche Aspekte früherer Schaffensperioden in seine zu Beginn der 80er Jahre erneuerte Musiksprache einbezieht; zugleich wagt er sich weiter als je zuvor in den Bereich der Mikrotonalität vor. Der hier vorgelegte Band vereint analytische Studien – mit Fokus auf der Tonalität, rhythmischen Konzeption, gattungsgeschichtlichen Position, ästhetischen Haltung und Dramaturgie – mit Studien zum Schaffensprozess und zur kreativen Welt des Violinkonzerts, möglich geworden durch die reichhaltigen Bestände an der PSS Basel. So gewähren die verbalen Skizzen Einblicke in Ligetis kreative Welt (in Gestalt von Namen, Begriffen und Werktiteln), dokumentieren seine permanente Suche nach einer in sich stimmigen Satzfolge, seine ›synästhetische‹ Phantasietätigkeit, formale und dramaturgische Überlegungen sowie harmonische, melodische und rhythmische Konzepte, während die Notenskizzen sein lang anhaltendes Bemühen um einen tragfähigen Einstieg in die Komposition zeigen, seine auch im Folgenden tastende Vorgehensweise und seine Gewohnheit, am Seitenrand stichwortartig vorauszuplanen. – Ein vergleichbar tiefer, exemplarischer Einblick in die Schaffensweise Ligetis und in seine kreative Welt liegt bislang nicht vor.
„Helbings akribische Quellenarbeit, die insbesondere die Entzifferung, Transkription und Übersetzung dieser faszinierenden ≫Stichwort-Cluster≪ (149) umfasst, führt unmittelbar in die kreative Gedankenwelt des Violinkonzerts und trägt sowohl zur Rekonstruktion seiner verschlungenen Entstehungsgeschichte als auch zum analytischen Nachvollzug der in ihm verarbeiteten Einflüsse und Anregungen bei.“ – Markus Roth
Der Autor
Volker Helbing studierte Flöte, Musiktheorie, Musikwissenschaft und Germanistik in Hamburg, Freiburg und Berlin und lehrt seit 2011 Musiktheorie an der HMTM Hannover. Forschungsgebiete: Musik des 20./21. Jh., Vokalpolyphonie um 1500 und Geschichte der Musiktheorie. Promotion über Ravel 2005.

