Beschreibung
Bernd Alois Zimmermann ist einer der bedeutendsten Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Konzert und auf der Bühne sind seine Werke stets präsent und auf die nachfolgenden Komponistengenerationen einflussreich geblieben, allen voran die einst für ›unaufführbar‹ gehaltene Oper Die Soldaten. Seine tiefe katholische Religiosität drückt sich bekanntlich auch darin aus, dass er unter seine Partituren oft das Motto »Omnia ad maiorem Dei gloriam« setzt: »Alles zur größeren Ehre Gottes«. Dieser zentralen Bedeutungsdimension des Lebenswerks von Zimmermann ist allerdings noch nie eine Monographie gewidmet worden. Auch waren die bei diesem Thema erforderlichen interdisziplinären Brückenschläge bisher noch immer solche von der Musikwissenschaft zur Theologie hin. Hier wird erstmals in umgekehrter Richtung untersucht, wie Zimmermann zu dem besagten Motto kommt, was es für ihn bedeuten mag, und überhaupt, wie Glaube und Kunst sich in seinem Lebenswerk zueinander verhalten. Dies schließt ein inniges Verhältnis von Glaube und Zweifel, ja von Hoffnung und Verzweiflung ein. Herausragende Bedeutung kommt dabei dem monumentalen Requiem für einen jungen Dichter zu und Zimmermanns erschütterndem letztem Werk, der ›ekklesiastischen Aktion‹ Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne.

