Beschreibung
Kants Philosophie hält einige Provokationen für die Gegenwart bereit. In der Pädagogik kritisiert Kant etwa einen heute beliebten Laissez-faire-Ansatz und plädiert für eine Methode, die die ›wohlgeordnete Freiheit‹ aller Beteiligten unter Wahrung ihrer jeweiligen Handlungssphären ermöglichen soll. Zwei Kapitel arbeiten Kants philosophisches Völkerrecht heraus, das zwischen der traditionellen Lehre vom gerechten Krieg, dem radikalen Pazifismus und dem politischen Realismus angesiedelt ist. Andere Aufsätze thematisieren das Problem der Lüge, die Vermittlung der Ethik Kants im Philosophieunterricht, Kants Weltbürgerrecht, seine Religionsphilosophie sowie das Problem der Theodizee. Ein Kapitel behandelt den Ukrainekrieg aus völkerrechtlicher Perspektive. Manche Kapitel bemühen sich lediglich um eine Differenzierung der philosophischen Problematik. Im dritten Kapitel über Kants berühmten Aufsatz zum rechtlichen Verbot der Lüge wird etwa seine Position weder verteidigt noch kritisiert; stattdessen versucht es, das Problem differenziert darzustellen.Methodisch folgen die Kapitel einem hermeneutischkritischen Ansatz, wie er in der Kantforschung üblich ist, und betonen daher den Kontext der Schriften Kants, die Systematik seiner Philosophie, deren Entwicklung sowie das Verhältnis zu anderen philosophischen Ansätzen.

