Beschreibung
Filme über Dichter sind in der Regel Apologien, selbst dann, wenn problematische Liebesverhältnisse thematisiert werden. Bei dem Film über Goethes Rolle bei der Hinrichtung der Weimarer Dienstmagd Johanna Catharina Höhn im November 1783 ist das anders. Drei Stiche in den Hals des offenbar tot geborenen Knaben führten dazu, dass Johanna Höhn der Kopf abgeschlagen wurde. Für die Geschichte Weimars und für die Biographie Goethes ist seltsam, aber auch bezeichnend, dass der Herzog die Begnadigung wollte, aber dann davon Abstand nahm, weil Goethe für den Vollzug der Hinrichtung war und der Herzog Goethe brauchte. In dem vorgelegten Filmdrehbuch werden die Regierungsverhältnisse Weimars, aber auch das Leben von Bürgern und Dienstboten, szenisch gezeigt, Es kommen die Beteiligten mit ihren Ansichten zu Wort. Die Handlung hält sich streng an die historischen Ereignisse. Die Reden in den Dialogen sind, so weit als möglich, schriftlichen Zeugnissen, meist Briefen, entnommen, die Sprache also original. Das Drehbuch wird präsentiert sowohl als fiktionales Drama, als auch, parallel dazu, auf den rechten Buchseiten, als wissenschaftliche Arbeit mit den Nachweisen der zitierten Worte und Ereignisse, mit den Bildern der Originalschauplätze des Geschehens. Damit ist das Drehbuch zugleich ein historisches Panorama von Weimar, seiner Geschichte im Querschnitt eines Jahres. Die Handlung zur Begründung von Goethes Votum für die Hinrichtung hat eine Szene im Jahr 1828. Die Kombination von fiktionalem Drama und historischer Treue macht die Besonderheit aus.

