Beschreibung
Georg Philipp Schmidt von Lübeck hat mit seinem Gedicht ›Des Fremdlings Abendlied‹ Verse geschaffen, die Anthologien bis ins 20. Jahrhundert abdrucken. Sie formulieren Grundsätzliches menschlicher Existenz. In der Tradition des Abendlieds stehend hält das lyrische Ich am Lebensende Rückschau und zieht eine ernüchternde Bilanz: »Da, wo du nicht bist, blüht das Glück«. Im Laufe der Veröffentlichungsgeschichte unterliegt Schmidts Gedicht gravierenden Eingriffen. Es wird in immer neuem zeitlichem Zusammenhang gelesen. Als Handlungselement in literarischer Prosa sind die Verse Spiegel der jeweiligen politischen und ökonomischen Gegebenheiten in Deutschland von den Freiheitskriegen bis hin zur Reichsgründung. Strophenliedfassungen von Schmidts ›Abendlied‹ erscheinen bereits kurz nach seiner Veröffentlichung und werden schnell zum allgemeinen Liedgut. Nicht immer sind die Urheber der Melodien bekannt. Drei große Komponisten haben Schmidt von Lübecks Verse als Klavierlied in Noten gesetzt: Franz Xaver Sterkel, Franz Schubert und Anselm Hüttenbrenner. Vor allem Schuberts Fassung trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Schmidts Gedicht bis heute erhalten hat.












