Beschreibung
»Lasst Blumen sprechen.« So heißt es – aus dem alten China, Ägypten und dem Orient übernommen – seit dem 18. Jahrhundert auch im Abendland. Was aber, wenn in der modernen Kommunikation nicht nur das Medium zur Botschaft wird, sondern wenn selbst das Medium unverstanden bleibt? Was, wenn sich sogar die Rose, Königin der Blumen, als ein eiliges Mitbringsel von der Tankstelle entpuppt? Was, wenn ihr vielblättriger Blütenkelch, der einst die Schwellen des Empyreums versinnbildlichte, welk an einem kahlen, knospenlosen Ast hängt? Ist es dann nicht an der Zeit, dass der Dorn als beständigster Pflanzenteil ihr symbolisches Erbe antritt? Das geschieht im mittlerweile elften Aphorismenband von Alexander Eilers, der – begleitet von einem Essay sowie von Freundesgaben – dem Narzissmus moralistische Stiche versetzt und am eitlen Gefühlskitsch der Gegenwart kratzt.
Neid dreht die Lupe um.
Glauben nur noch Selbstverliebte an Treue?
Das Ich ist unsere Paraderolle.
Wer an Ehrlichkeit glaubt, hat die Wahrheit verdient.


