Beschreibung
Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur. Die sprachliche, literarische und mediale Inszenierung von Bewegung und der Blick auf ihre intra- wie extradiegetischen Funktionen eröffnen vielschichtige Perspektiven auf faktuale und fiktionale Texte sowie deren Rezeption. Wie wird also Bewegung erzählt und erfahrbar gemacht?
Der Band versammelt Beiträge, die Reise- und Fluchtberichte, religiöse wie weltliche Erzähltexte, aber auch Illustrationen auf vielfältigen Ebenen zum Thema ›Bewegung‹ in Beziehung setzen. Im Fokus steht die narrative Darstellung physischer Bewegung von A nach B, die mit Anstrengung oder gar Not einhergehen kann. Untersucht wird zudem die wechselseitige Koppelung von Bewegung an ein inneres ›Bewegt-Sein‹. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Semantik sowie der Rhetorik der Bewegung. Auf breiter Text- und Bildbasis wird Bewegung nicht nur als lineare Fortbewegung verstanden, sondern auch als performatives Mittel im Spannungsfeld zwischen Bewegung und Stillstand sowie als Reflexionsmedium intradiegetischer Figuren in ihrer Begegnung mit dem Andersweltlichen.

