Beschreibung
Der vor wenigen Jahren in hohem Alter verstorbene »Religionswissenschaftler auf religionsphilosophischer Grundlage« (wie Klaus Heinrichs Venia Legendi lautete) war im selbst akademisch kaum wahrgenommenen Fach ›Religionswissenschaft‹ ein absoluter Außenseiter, fächerübergreifend jedoch ein Geheimtipp; am ehesten wohl charakterisierbar als »transdisziplinärer Kulturwissenschaftler apres bzw. avant la lettre«. Rekurriert man auf Heinrichs solitäre Venia, dann ist unbedingt klarzustellen, dass er kein eigentlicher Theologe, gar kirchlicher Art, war, aber auch kein totaler Mythologie-Kritiker, so wie aufklärerische Religionsphilosophen es in aller Regel sind. Das Spezifische an Heinrich bestand vielmehr darin, dass er – nicht zuletzt im Bündnis mit Sigmund Freud – den mehr als Realismus: den »Verismus« mythischer Erzählungen äußerst ernst nahm und mit ihm gegen schlecht rationalisierende, das heißt »verdrängende « Philosophie aufkreuzte; immer auf der Hut, gegenaufklärerischen Remythologisierern nicht Sukkurs zu geben. Sie, Mircea Eliade, Martin Heidegger und C. G. Jung allen anderen voran, waren des engagierten Antifaschisten erklärte Feinde.
Mit Beiträgen von Wolfgang Albrecht, Peter Bexte, Ulrike Brunotte, Helmut Jakob Deibl, Jan-Dirk Döhling, Richard Faber, Susanne Gödde, Horst Junginger, Martin Leutzsch, Hermann Pfütze, Thomas Pittrof, Gerhard Poppenberg, Christoph Türcke, Martin Treml, Gregor Wedekind, Lorenz Wilkens, Frieder Otto Wolf.
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