Beschreibung
Der Grüne Hügel gilt seit jeher als Hotspot für den Diskurs um Tradition und Innovation. Wie lässt sich den flüchtigen Momenten zwischen Klang und Szene jedoch objektiviert begegnen? Dieser Frage widmet sich dieser Band am Beispiel der Meistersinger von Nürnberg. Dabei beschreitet die Untersuchung methodisches Neuland: Basierend auf Videografien aus den Jahren 1963 bis 2017 wurde ein softwaregestütztes Verfahren entwickelt, das Bewegung als elementare Vermittlungsgröße begreift. Indem computergestützte Interpretationsforschung und Performancereflexion verbunden werden, gelingt es, künstlerische Prozesse direkt aus Videoaufzeichnungen zu abstrahieren und zu visualisieren. Diese empirische Herangehensweise macht die komplexen Interdependenzen zwischen Musik, Inszenierung und Werktext erstmals präzise nachvollziehbar. Ergebnis sind profunde Performance-Decodierungen, die Perspektiven aus Theorie und künstlerischer Praxis reflektieren. Mit diesem Einblick leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zur modernen Musiktheaterforschung.

