Beschreibung
Wer wir sind, entsteht nicht allein aus dem, was wir erlebt haben, sondern auch daraus, wie wir uns erinnern und davon erzählen. In Rafik Schamis Literatur wird Erzählen zu einem Raum, in dem persönliche Erinnerung, historische Erfahrung und kulturelle Identität miteinander verflochten sind. Anhand zweier Romane und ausgewählter Kurzgeschichten untersucht diese Dissertation die Wechselwirkung von Identität und Geschichte. Sie zeigt, dass Identität keine feste Größe ist, sondern sich in Erzählungen, Erinnerungspraktiken und kulturellen Zusammenhängen immer wieder neu formiert. Geschichte erscheint dabei nicht als unveränderliche Vergangenheit, sondern als narrativer Prozess, der durch Deutungen geprägt wird und Vorstellungen von Zugehörigkeit hervorbringt. Schamis literarisches Werk macht sichtbar, wie Identität im Zusammenspiel von Erinnerung, Erzählung und Geschichtsdeutung entsteht.


