Beschreibung
Wie ist Wissen über das Abwesende möglich?
Das Buch entwickelt eine Philosophie der Spur und bestimmt sie als epistemisches Medium historischer Erkenntnis. Spuren erscheinen dabei nicht als bloße Überreste oder Zeichen, sondern als Auslöser eines Denkprozesses: Sie setzen eine strukturierte Folge von Fragen in Gang und zwingen dazu, vergangene Ereignisse zu rekonstruieren.
Ausgangspunkt ist ein Spannungsverhältnis zwischen zwei einflussreichen Ansätzen: einer medienphilosophischen Perspektive, die die Spur als Grenzphänomen zwischen Präsenz und Abwesenheit analysiert, und dem Indizienparadigma der Mikrogeschichte, das Erkenntnis aus scheinbar marginalen Hinweisen gewinnt. Beide erfassen zentrale Aspekte der Spur, bleiben jedoch partiell.
Die Studie verbindet diese Perspektiven und führt sie systematisch weiter. Sie gliedert sich in drei Teile: die Spur als Lebensphänomen im Spannungsfeld von Aufbewahren und Vernichten, die Spur als hermeneutische Aufgabe im Wechselspiel von Bindung und Freiheit sowie die ethische Dimension der Spur, die die Frage nach ihrer Wahrheit und ihrem verantwortlichen Umgang aufwirft.


![Epistemologie der Spur – Andreas Buller – ISBN 9783826099526 / 978-3-8260-9952-6 / 978-3-8260-9952-6 [Digital]](https://verlag.koenigshausen-neumann.de/wp-content/uploads/978-3-8260-9951-9.jpg)
